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Universitätsklinikum Essen
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PSMA-gerichtete nuklearmedizinische Therapie des Prostatakarzinoms

Wie funktioniert die Therapie mit radioaktiv markierten PSMA-Liganden?

Krebszellen, die von der Prostata ausgehen, tragen in der Regel auf der Zell-oberfläche das Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA) in viel höherem Ausmaß als alle anderen Zellen des Körpers. Dieses Membranantigen zieht wie ein Magnet bestimmte Peptide, sogenannte PSMA-Liganden (177Lu-PSMA) an. Nach Injektion der Radioliganden reichert sich die Therapiesubstanz im Tumor an, indem das Eiweißmolekül spezifisch an das PSMA der Tumorzellen bindet.

177Lu-PSMA wird in den Tumor aufgenommen und gibt dort Strahlung ab. Die therapeutische Strahlung reicht im menschlichen Gewebe nur wenige Millimeter weit. Das gesunde Gewebe wird auf diese Weise nicht, oder nur gering bestrahlt.

Der Therapie-Effekt hängt von der Intensität der Anreicherung ab. Daher erfolgt vor jeder PSMA Therapie eine 68Ga-PSMA Bildgebung (PET) um diese Anreicherung darzustellen.

 

Welche Voraussetzungen müssen zur Durchführung der Therapie erfüllt werden?

Die PSMA Therapie erfolgt in der Regel bei Patienten mit progredientem metastasiertem kastrations-resistenten Prostatakarzinom nach Abiraterone/Enzalutamid/oder vergleichbarer Hormontherapie und nach Chemotherapie.

 

Wie ist der aktuelle Status der PSMA Therapie?

Die PSMA Therapie ist in den USA bereits zugelassen und erfolgt in unserer Klinik im Rahmen der individuellen Heilkunde.

 

Wie wird die Therapie durchgeführt?

Die Therapie wird unter stationären Bedingungen durchgeführt (2 Übernachtungen) und erfolgt als Infusion über eine Vene.

 

Welche Nebenwirkungen können während oder nach der Therapie auftreten?

Während der Therapie:

  • selten Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit (können bis wenige Wochen nach der Therapie andauern)

 

Nach der Therapie:

Seltener als bei einer Chemotherapie kommt es zur vorübergehenden Abnahme der Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Blutplättchen (Thrombozyten) und/oder der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Nach mehrfachen Therapien kann es zu einer Verminderung der Speichelproduktion mit begrenzter Mundtrockenheit kommen.