Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie mit Lutetium-177-DOTATATE

Ziel

Ziel der Behandlung ist es, das Wachstum der Tumorerkrankung zu verlangsamen, Tumorherde zu verkleinern und krankheitsbedingte Beschwerden zu lindern.

Bei welchen Erkrankungen wird diese Therapie durchgeführt?

Die Therapie wird vor allem bei fortgeschrittenen neuroendokrinen Tumoren des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse eingesetzt.

Viele neuroendokrine Tumoren besitzen auf ihrer Oberfläche sogenannte Somatostatinrezeptoren. Diese Andockstellen ermöglichen sowohl die nuklearmedizinische Bildgebung als auch eine gezielte Therapie.

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Tumorherde ausreichend viele Somatostatinrezeptoren aufweisen.

Prinzip der Therapie

Bei der Therapie wird das radioaktive Lutetium-177 an DOTATATE gebunden. DOTATATE ist eine dem körpereigenen Hormon Somatostatin ähnliche Substanz.

Nach der Verabreichung über eine Vene bindet sich das Lutetium-177-DOTATATE an die Somatostatinrezeptoren der Tumorzellen. Durch die dabei abgegebene Strahlung werden die Tumorherde gezielt von innen bestrahlt. Das umliegende gesunde Gewebe wird dabei weitgehend geschont.

Die Behandlung erfolgt in der Regel in mehreren Therapiezyklen. Üblicherweise werden vier Behandlungen im Abstand von ungefähr acht Wochen durchgeführt.

Vorbereitung

Vor der Therapie wird mithilfe einer Somatostatinrezeptor-PET/CT, beispielsweise einer DOTATOC-PET/CT, überprüft, ob das Tumorgewebe ausreichend viele Somatostatinrezeptoren besitzt.

Zusätzlich werden das Blutbild sowie die Nieren- und Leberfunktion kontrolliert.

Bestimmte Medikamente, insbesondere lang wirksame Somatostatinanaloga, müssen möglicherweise vorübergehend pausiert werden. Hierzu erhalten Sie individuelle Anweisungen durch das Behandlungsteam. Medikamente dürfen nicht selbstständig abgesetzt werden.

Eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft muss dem Behandlungsteam mitgeteilt werden.

Ablauf der Therapie

Für die Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt von voraussichtlich drei Tagen auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation erforderlich.

Vor der eigentlichen Therapie erhalten Sie eine Infusion zum Schutz der Nieren sowie ein Medikament gegen Übelkeit. Anschließend wird das Lutetium-177-DOTATATE über einen venösen Zugang verabreicht.

Am Tag nach der Behandlung erfolgt eine Aufnahme mit einer Gammakamera. Damit wird die Verteilung der Therapiesubstanz im Körper dargestellt.

Die Behandlung wird meist gut vertragen. Vorübergehend können unter anderem Übelkeit, Müdigkeit oder Veränderungen des Blutbildes auftreten.

Kontrollen nach der Therapie

Nach der Behandlung müssen regelmäßig das Blutbild sowie die Nieren- und Leberfunktion kontrolliert werden.

Das Ansprechen der Erkrankung wird im weiteren Verlauf durch geeignete bildgebende Untersuchungen überprüft. Hierzu können beispielsweise eine CT, eine MRT oder eine Somatostatinrezeptor-PET/CT gehören.